Experiment: 28-Stunden-Tag (Teil 1)

19. Februar 2013

Inspiriert durch diesen xkcd-Comic habe ich kürzlich ein Experiment begonnen: Den 28-Stunden-Tag.

Es kam dazu, weil ich zur Zeit Semesterferien habe und damit verbunden auch nur wenige feste Termine. Da ich eher dem Chronotyp Eule angehöre, hält mich in den Ferien wenig davon ab, täglich später ins Bett zu gehen und später aufzustehen. Bei Eulen kann man es sich im Gegensatz zu den Lerchen so vorstellen, dass die innere Uhr langsamer läuft und erst nach 25 oder 26 Stunden mit einem Tag fertig ist. Verpflichtungen zwingen einen jedoch, in der Woche früh aufzustehen, sodass der Schlafmangel dann meistens am Wochenende ausgeglichen werden muss. Der ein oder andere Leser mag sich nun vielleicht auch wiedererkennen, denn je nach Definition gehören bis zu 40% der Bevölkerung zu den Eulen.

Normalerweise ärgere ich mich darüber, wenn ich wieder so viel Zeit des Tages verschlafen habe und nicht mehr sinnvoll nutzen kann und auch das lange Aufbleiben am Abend vorher bringt mir bereits ein schlechtes Gewissen. Früher ins Bett zu gehen ist jedoch auch keine Alternative, wenn man einfach nicht müde genug ist, um einzuschlafen. Die Lösung für dieses Dilemma könnte nun der 28-Stunden-Tag sein. Ich habe mal eine Grafik erstellt, um den Ablauf zu verdeutlichen:

 

 

Aus dem Diagramm wird direkt deutlich, dass sich der Schlafrythmus wöchentlich wiederholt, denn tatsächlich passt der 28-Stunden-Tag genau 6 mal in eine Woche. Ich schlafe zwar erst seit 5 Tagen in diesem Rythmus, aber bisher überwiegen für mich tatsächlich die Vorteile:

  • Man bekommt jedes Mal 9 Stunden Schlaf am Stück, kann also stets ausschlafen.
  • Nach 19 Stunden ohne Schlaf fällt einem das Einschlafen nicht mehr schwer.
  • Man kann wöchentliche Termine wahrnehmen, sofern man den Rythmus einmal danach ausrichtet, an diesen wach zu sein.
  • Es ist (für Eulen) grundsätzlich einfacher, sich noch etwas länger wachzuhalten, als etwas früher schlafen zu gehen.
  • Man schläft täglich im Schnitt nur 7:40, was für mich weniger als in der Vorlesungszeit und deutlich weniger als in den normalen Ferien ist. Insgesamt ist es also ein Zeitgewinn!
  • Wem es zu wenig oder zu viel Schlaf ist, der kann das Modell ganz einfach auf 18/10 mit durschnittlich 8:35 Stunden Schlaf oder auf 20/8 mit durschnittlich 6:50 Stunden Schlaf anpassen.
  • Man bekommt immerhin noch 70% des Tageslichts mit, außerdem auch alle anderen Tages- und Nachtzeiten. Also kann man auch mal einen Spieleabend machen, dann noch nachts spazieren gehen, und am nächsten Morgen der erste in der Schlange beim Bürgeramt sein.

Folgende Nachteile sind mir bisher aufgefallen:

  • Man ist nicht mehr ganz so flexibel, was Termine angeht. Ich hatte das Glück, dass alle meine Termine in nächster Zeit in den Rythmus passen. Bei folgenden Terminen achte ich nun darauf, sie entsprechend zu legen. Insgesamt eignet sich das Modell also eher für Menschen, die ihre Zeit frei gestalten können und wenige feste Termin haben.
  • Ein 28-Stunden-Tag ist lang. Ein 26-Stunden-Tag wäre mir wohl noch lieber, denn gerade gegen Ende der Wach-Zeit kann es unangenehm werden, falls man schon sehr müde ist.
  • Die innere Uhr wird auch durch Tageslicht beeinflusst. Um tagsüber einzuschlafen oder nachts aufzustehen muss man also den Körper überlisten. Ersteres ist recht leicht, da man normalerweise müde genug ist und man z.B. das Schlafzimmer verdunkeln kann. Auch Letzteres ist mir bisher ganz gut gelungen, denn einerseits gibt es ja Wecker und andererseits ist es gar nicht schlimm, wenn man mal etwas länger schläft. Der Tag hat schließlich 28 Stunden! :D
  • Ich weiß nicht, ob es Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Bisher fühle ich mich zumindest nicht schlechter oder müder als sonst, es kommt mir sogar recht erholsam vor.

So weit erstmal für heute, der nächste Bericht sollte bald folgen.

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