Ein Lost-Place-Tag in Schwerin

15. August 2011

Neulich war endlich mal Gelegenheit, den lange geplanten Tagesausflug nach Schwerin zu machen. Mein Bruder und ich waren in erster Linie dort, um die vielen Lost-Place-Caches zu machen, doch dafür war ein Tag natürlich viel zu kurz. Wir haben dennoch viele geschafft und dabei den Eindruck erhalten, dass Schwerin quasi ein einziger großer Lost Place, in dem noch ein paar Leute wohnen. ;) Mit dabei als Fotograf war auch noch mein Vater, für den die Ausbeute an Fotos wohl ebenso ergiebig war wir für uns an tollen Caches.

Morgens stand als erstes das Haus der Verdammnis auf unserer Liste. Dieses ehemalige Kurhotel steht seit Mitte der 90er Jahre leer und verfällt. Es liegt ein wenig versteckt in sehr idyllischer Lage am Schweriner See und wäre allein deshalb schon einen Besuch Wert. Nachdem wir den Cache gefunden hatte, haben wir uns das Haus natürlich noch genauer umgesehen, bevor es weiter zur nächsten Location ging.

Das nächste Ziel war die Spurensuche, die an den großartigen Nachtcache Ostoroschno! Wojennyi raiyon erinnert. Das Gelände, eine Bunkerlandschaft einer ehemaligen Heeresmunitionsanstalt, kannte ich bisher nur aus einer kalten Winternacht, als es völlig verschneit und dunkel war. Doch auch diesmal, im Hochsommer bei Hitze, Mücken und Tageslicht, hatte dieses unheimliche Areal eine ganz besondere Atmosphäre.

Im Anschluss haben wir die schon sehr verfallenen Gebäude von einem Flugplatz erkundet, doch da die Zeit drängte, ging es auch bald schon weiter zu einem kleinen Lost-Place etwas außerhalb von Schwerin: Zwischen Groß Trebbow und Hof Meteln erinnern ein paar überwucherte Mauerreste und verschüttete Gewölbe an die ehemalige Existenz des Gutshauses Vatersplan. Dieser Cache hat mir besonders gefallen, gerade weil er mitten im Nichts liegt. Er ist sehr schwach frequentiert, der letzte Besucher (sandmann :D ) war tatsächlich mehr als zwei Monate vor uns dort.

Dann ging es wieder zurück in die Stadt, wo wir noch eine kleine Pause mit dem perfekten Blick auf das Schloss einlegten. Nach der Pause widmeten wir uns dann dem letzten Cache des Tages, nämlich den Möbelwerken. Auch diese sind schon als Ort eine absolute Sehenswürdigkeit, aber der Cache dazu war einfach grandios. Wir sind leider nur noch bis zur dritten Station gekommen, aber waren bis dahin schon schwer begeistert.

Insgesamt war es also ein anstrengender Tag mit super Wetter, ganz vielen Eindrücken und natürlich haufenweise Fotos. Einige davon gibt es in meiner Geocaching-Galerie anzusehen. Natürlich will ich Euch die HDR-Aufnahmen von meinem Vater auch nicht vorenthalten.

Weitere Updates

28. Juli 2011

Ich habe heute noch weiter an dem Blog gebastelt und es gibt im Wesentlichen zwei Neuerungen:

Dank des Awsome Flickr Plugin habe ich jetzt meine Geocaching-Galerie direkt in den Blog integriert. Ihr findet sie immer oben oder in der Sidebar verlinkt. Und da sie jetzt viel gesehen wird, muss ich wohl oder übel auch wieder regelmäßig Fotos hochladen, und damit ich Fotos zum Hochladen habe, muss ich wohl mehr cachen gehen! ;)

Bei den kleinen Vorschaubildern in der Sidebar handelt es sich ebenfalls um dieses großartige Plugin, dass hoffentlich noch lange weiterentwickelt wird. Es war leider ein bisschen umständlich, bis das Plugin in der Sidebar funktionierte, weil man dafür ein Text-Widget benötigt und das Theme ist gar nicht dynamisch... Aber irgendwann hat es dann doch geklappt.

Außerdem habe ich die Sidebar etwas bunter gemacht und die Speedcubing-Section erweitert. Sie besteht jetzt aus mehreren statischen Seiten und es werden bei Zeiten noch einige folgen.

Favoriten-Formel

24. Dezember 2010

Jetzt ist es also endlich so weit: Geocaching.com hat ein Bewertungssystem. Ein wirklich außerordentlich hilfreiches Feature, das Groundspeak uns da zu Weihnachten geschenkt hat.

Ich habe natürlich sofort das olle Greasemonkey-Skript abgestellt und stattdessen bei einem ausführlichen Rückblick meine blauen Schleifchen vergeben. (Das waren noch Zeiten... Findet ihr nicht auch, dass viel zu viele schöne Caches im Archiv liegen?)

Jedenfalls habe ich dann auch mal von meinen Home-Koordinaten aus alle Caches absteigend nach Favoritenpunkten sortiert. Auf der ersten Seite standen fast nur Caches aus Hamburg, obwohl es von hier bis dorthin gute 40 km sind. Woran das wohl liegen mag? Sind die Caches in Hamburg einfach besser als im Umland? Natürlich nicht! Nichts gegen Hamburger Caches, da gibt es selbstverständlich auch sehr gute, aber das System bevorzugt oft gefundene Caches und in Großstädten gibt es halt mehr Cacher und daher auch mehr Punkte pro Cache.

Ein Beispiel: Cache A liegt weit weg auf dem Land, ist unglaublich gut, hat 12 Funde und jeder zweite Finder hat bisher seinen Punkt gegeben. Cache B ist eher durchschnittlich, hat 800 Funde, da er mitten in der Stadt liegt, und ist nicht gerade ein Pissecken-Cache, sodass jeder fünfzigste Cacher seinen Punkt gibt. Dann steht der unglaublich gute Cache mit 6 Punkten dem durchschnittlichen mit 16 Punkte deutlich hinterher.

Doch wie kann man diesem Problem entgegenwirken? Ich denke, man sollte die endgültige Bewertung nicht nur aus der Zahl der Schleifchen ermitteln, sondern noch mit der Fundzahl relativieren. Ein Vorschlag wäre, die Favoritenpunkte durch die Anzahl der Funde zu dividieren. Dann könnte man jedem Cache quasi eine Prozentzahl zuordnen: So und so viel Prozent der Finder fanden den Cache gut. Allerdings bevorzugt dieses System dann Caches mit wenig Funden, zumindest dann, wenn die ersten Finder den Cache gut finden und ihm so zu einer anfänglich hohen Prozentzahl verhelfen.

Einen Mittelweg bekommt man vielleicht, indem man die Favoritenpunkte durch die Wurzel der Funde teilt. Hier eine Beispieltabelle für diese Formel:

Cache Funde Punkte Anteil Bewertung
A 12 6 50 % 1,732
B 800 16 2 % 0,566
C 700 132 19 % 4,989
D 1 1 100 % 1,000

Was haltet ihr von dieser Berechnung?

Ach, jetzt hätte ich es fast vergessen: Frohe Weihnachten!

Oregon 450: Die ersten Eindrücke

9. August 2010

In den letzten Tagen habe ich viel mit meinem neuen Oregon 450 herumgespielt. Hier also nun meine ersten Erfahrungen mit dem Gerät:

Zuerst habe ich die Schutzfolie (Vikuiti ARMR200 Antireflex Displayschutzfolie) auf das Display aufgeklebt. Sie macht bisher einen sehr guten Eindruck, liegt völlig plan auf. Das Display ist weiterhin gut ablesbar, der Touchscreen reagiert ebenfalls gut.

Gleich danach habe ich das Gerät mit einer MicroSD-Karte (8 GB) ausgestattet und eine OSM-Karte von Deutschland installiert, und zwar die von kleineisel. Die Karte ist sehr übersichtlich und routingfähig. Die Routenberechnung hat bisher nur ein einziges Mal nicht funktioniert. Woran das lag, weiß ich nicht, aber in den allermeisten Fällen werde ich auf der kürzesten Route zum Ziel navigiert. Des Weiteren habe ich mir noch die velomap für Fahrradrouting draufgespielt. Auch das funktionierte hervorragend, die Karte routet mich tatsächlich auch über Fahradwege und hält damit so manche Abkürzung parat, die mit dem Auto nicht möglich ist.

Die Bedienung des Gerätes ist absolut intuitiv, ich habe nur sehr selten einen Blick in die Anleitung werfen müssen und viele Vorgänge hat man ganz schnell drauf, z.B. das Umschalten zwischen Luftlinie und Route oder das Anlegen eines neuen Wegpunktes.

Dass die Displayhelligkeit oft als Schwachpunkt beim Oregon genannt wird, kann ich nicht nachvollziehen. Selbst mit halber Beleuchtungsstärke komme ich sehr gut aus, bei gutem Licht kann ich sie ganz weglassen und immer noch alles klar erkennen. Die Beleuchtungsdauer habe ich auf das Minimum von 15 Sekunden gestellt. Dies spart Energie und wenn ich unterwegs bin, sehe ich sowieso nur gelegentlich auf das Gerät, sodass die Beleuchtung in der übrigens Zeit ruhig ausgeschaltet bleiben kann.

Ganz besonders mag ich eine Funktion, über die ich mir vor dem Kauf gar nicht bewusst war: Ich kann nach sehr vielen verschiedenen Dingen filtern, die in der Karte gespeichert sind, so zeigt mir das Oregon auf Wunsch zum Beispiel die nächsten griechischen Restaurants, die nächsten Einkaufszentren, Parks, Bowlingcenter, Sparkassen, Krankenhäuser etc. an. Die Auswahlmöglichkeiten sind sehr groß und es sind bereits sehr viele dieser Orte erfasst. Das ist äußerst praktisch, falls man mal in einer fremden Gegend ist und eine bestimmte Einrichtung sucht.

Was leider nicht funktioniert ist das Routen zu Adressen. Ob das Problem generell besteht oder nur auf OSM-Karten beschränkt ist, habe ich noch nicht ganz herausfinden können, aber das Gerät habe ich mir ja vorrangig zu einem anderen Zweck gekauft:

Heute war ich also das erste Mal so richtig cachen mit dem Oregon. Ich habe mir vorher eine Pocket Query mit 1000 Caches um meine Home-Koordinaten erstellt. In null Komma nichts waren die Caches auf dem Gerät. Auf meiner Radtour von 32 km habe ich zwei Multis und vier Tradis gemacht. Sehr praktisch ist der Geocaching-Modus bei Tradis. Man wählt den Cache aus, kann sich jederzeit Beschreibung, Hints und Logs durchlesen und man wird punktgenau ans Ziel geführt. Selbst im Wald hatte ich sehr guten Empfang. Nach dem Fund markiert man den Cache einfach als gefunden und er verschwindet von der Liste, während der Fund-Zähler erhöht wird. Es ist sogar möglich, direkt einen Kommentar einzugeben oder direkt den nächsten Cache anzusteuern.

Bei Multis ist es (etwas) komplizierter. Es gibt nämlich leider keine Möglichkeit, Zwischenstationen zu einem Multi hinzuzufügen. Wenn man also neue Koordinaten bekommt, dann erstellt man ganz normal einen neuen Wegpunkt und navigiert dort hin. Das Gerät weiß dann nicht, dass die Koordinaten zu dem Multi gehören. Dies hat den Nachteil, dass das Listing zwischendurch nur mit ein paar mehr Tastendrücken aufgerufen werden kann. Insgesamt hat mich das aber nicht so doll gestört, aber gerade bei längeren Multis könnte das nervig werden. Hat da jemand vielleicht eine Lösung?

Nach der Tour habe ich dann den Track und die Wegpunkte mit dem USB-Kabel auf meinen Laptop übertragen und direkt mit JOSM, einem Editor für OSM, geöffnet. Einige Pfade, Bänke, Mülleimer, Briefkästen und Restaurants, die mir zwischendurch über den Weg gelaufen sind, habe ich sofort eingetragen. Da ich ja eine OSM-Karte auf dem Gerät habe, ist es ideal geeignet, um fehlende Infos in der OSM-Karte zu finden und gleich zu mappen.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass ich total zufrieden bin. Die Bedienung ist so einfach, wie ich sie mir gewünscht habe, der Funktionsumfang sehr groß und ich freue mich schon sehr auf die nächste Cache- und Map-Tour.

Akkus für das Oregon

4. August 2010

Der Preissturz am Montag von ca. 11 Euro kam mir noch einmal sehr gelegen, daher habe ich nun endlich zugeschlagen und das Oregon 450 bestellt. Morgen werde ich dann endlich Gelegenheit haben, es auszuprobieren!

Doch was ist ganz wichtig bei solchen Geräten, gerade wenn die Akkulaufzeit eher ein Schwachpunkt ist? Richtig: Man sollte immer ausreichend Akkus dabei haben. Rumgesprochen hat sich ja mittlerweile auch, dass die eneloops der Firma Sanyo unschlagbar sind, was Selbstendladung angeht.

Um so besser, dass man genau diese jetzt hier gewinnen kann! Der Hauptpreis ist sogar ein richtig gutes Ladegerät inklusive Akkus, also nicht lange nachgedacht und mitgemacht!

1 Antwort Kategorien: Geocaching

Das nenne ich ausführliche Planung!

22. März 2010

Vor Kurzem habe ich den wunderbaren Lost-Place-Multi Promethean Legacy von cosmic bob gemacht, welcher mich wirklich begeistert hat. Es gab grandiose Stationen auf abenteuerlichem Gelände und alles passte perfekt zum Thema.

Der Cache  liegt in direkter Nähe zum ehemaligen Kohlekraftwerk in Alt Garge, wo bereits ein weiterer, vielleicht nicht ganz unbekannter Lost-Place-Cache namens Kohlekraft von witkiewicz liegt. Auch dieser hat mich seinerzeit völlig von den Socken gehauen. Wer also Lust auf zwei richtig tolle Lost-Place-Caches hat, dem kann ich uneingeschränkt einen Tag in Alt Garge empfehlen!

Der Grund, warum ich diesen Blogeintrag schreibe ist jedoch ein anderer: Ich habe soeben das Log von cosmic bob zum Kohlekraft-Cache entdeckt, in dem er schreibt: Das Areal des Kohlekraftwerkes hatte ich selber schon für einen Multi in Augenschein genommen. Mein Cacheprojekt "Promethean Legacy" wird nun an einer anderen Stelle entstehen.

Interessant ist dabei, dass dieses Log von April 2007 ist und Promethean Legacy im November 2009 veröffentlicht wurde. Es sind also mindestens zweieinhalb Jahre von der Idee bis zum fertigen Cache vergangen.

Wenn sich doch alle Cacher (mich mit eingeschlossen) so viel Zeit nehmen würden, um einen Cache zu konzipieren...

 1 2 3 >